Italien Mai – Juni 2017

 

Mo. 15.05  Die Vorbereitungen für diese Reise waren langwierig. Es waren auf dem Display des Womos diverse Fehlermeldungen aufgetaucht, die gottseidank rechtzeitig in der Fiat Vertragswerkstatt  behoben wurden. Die Kästen mit unserer Wäsche hatte ich mit dem PKW in den Tagen vor der Abreise  zum Bus gebracht. Gegen 15:30 Uhr stand der Bus vollgetankt vor dem Haus, sodass Fahrräder und Lebensmittel auf- bzw. eingeladen werden konnten und dann ging’s endlich los. Gerade als ich auf die A1 Richtung Osnabrück einbiegen wollte, sah ich den Stau, also änderte ich meine Fahrtrichtung und fuhr in Richtung Hannover. Kurz vor 21 Uhr rollten wir auf den Rastplatz ‚Wetterau‘, der war ‚knüppeldicke‘ voll. In der letzten Reihe  des Platzes erwischte ich jedoch einen Stellplatz. Dann der nächste Schreck, die Wasserpumpe arbeitete nicht, außerdem fand die SAT- Anlage keine Satelliten. Nun denn, wurde eben der Tolino herausgeholt.   (50°21’22.4″N,8°41’34.3″E)

Die. 16.05.   Das Pumpenproblem, hatte ich überlegt, wollte ich beim Campingausstatter in Egelsbach, lösen. Kurz nach 10 Uhr standen wir vor der Werkstatt. Ich baute alles ab, um an die Pumpe zu kommen. Der Techniker hatte keine Zeit, die Reparatur kurzfristig durchzuführen, meinte aber, dass die Pumpe defekt wäre. Mir blieb also nichts anderes übrig, als eine Pumpe ‚auf Verdacht‘ zu kaufen und sie dann unterwegs einzubauen. Mir war nicht wohl dabei. Danach konnten wir im Ort preiswert tanken,  in einem Supermarkt lecker essen und dabei unsere Mails abrufen. Bald waren wir wieder auf der AB Richtung München. Wir kamen wegen der vielen Baustellen nur zähflüssig voran. Auf einem Rastplatz baute ich die Pumpe ein. Ich betätigte einen Wasserhahn und…. nichts tat sich. Ich vermutete, dass irgendwo noch eine defekte Sicherung stecken musste und verschob die weitere Suche auf den nächsten Tag. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir den freien StellPlatz in Ansbach, installierten uns, wir hatten Elektro  für 50 ct/ kWh und genossen die strahlende Sonne. Die Satelliten wurden gefunden, der Abend war gerettet. (49°18’15.6″N,10°33’227.7″E) 

Mi. 17.05.   Bei strahlend blauem Himmel machte ich  mit Wasser aus der Flasche Kaffee und Tee, danach wurden die Räder abgeladen und dann ging es in die ca. 1 km entfernte Stadt. Ansbach ist eine hübsche Residenzstadt. Besonders angetan waren wir von dem großen Hofgarten. Wir schlenderten über dem Markt, aßen eine Kleinigkeit und fuhren dann am späten Nachmittag wieder zurück zum Bus. Unterwegs kamen wir am ‚Brücken Center‘, einem Einkaufscenter, vorbei, wo wir Lebensmittel einkauften und bei einem freien WiFi Zugang unsere Mails abrufen konnten. Nach unserer Rückkehr suchte ich mit Hilfe der Elektroblock Unterlagen im Bus nach einer entsprechenden Sicherung, die gab es aber nicht. Ich überprüfte also alle Steckkontakte und siehe da, nachdem ich einen Stecker gelöst und wieder hineingesteckt hatte, sprang die Pumpe an. Es war also ein Kontaktproblem. Die alte Pumpe habe ich später dann einmal an 12 V geschaltet, sie war wirklich defekt. Zur Belohnung gab es an diesem Abend einen Schluck Wein, oder zwei.

Do. 18.05.   Wie in den letzten Tagen, begrüßte uns am Morgen strahlende Sonne.  Da wir ja auf einem SP standen, frühstückten wir im Bus. Danach verließen wir den schönen Platz und waren bald darauf auf der AB Richtung Nürnberg. Wie im Jahr zuvor, wurde, immer wenn wir in dieser Gegend waren, das Outlet Center bei Ingolstadt angefahren – nur schauen, nichts kaufen – aber, der Geist ist willig….,so wurden doch wieder einige ‚Schnäppchen‘ eingepackt und dann ging es Richtung München. Vor Jahren hatten wir mehrere Tage auf einem SP in der Nähe von Prien am Chiemsee gestanden, war recht idyllisch gewesen mit Bademöglichkeit im See, den fuhren wir an. Als wir dann aber gegen 20 Uhr ankamen, waren wir sehr enttäuscht. Der Platz lag dunkel unter Bäumen, und für 10 € wurde allein ein WC geboten, also kehrten wir um und übernachteten auf dem Rastplatz ‚Samerberg Nord‘. Er wurde renoviert und vergrößert, wir fanden  im äußersten Winkel einen ruhigen Platz.  (47°48’11″N,12°10’35″E) 

Frei. 19.05.   Morgens, beim Kaffeekochen, bemerkte ich, dass die Kontrollleuchte am Kühlschrank blinkte, also die Gasflasche leer war. Ich suchte im Internet und fand in der Nähe, in Kolbermoor, eine Berger Filiale, dort konnten wir unsere leere Flasche tauschen und nun mit zwei vollen Flaschen nach Italien fahren.  In Kiefersfelden verließen wir die AB und über Kufstein (Tanken 106ct/l), Kitzbühel, Mittersil erreichten wir am frühen Nachmittag Oberdrauburg. Jetzt ging es den Plöckenpass hoch und das war manchmal recht ‚heftig‘. Die Straße war schmal und an manchen Stellen arg marode. Von Zeit zu Zeit überholten uns Biker, für die war die Strecke wegen der vielen Kehren ein ‚El Dorado‘. Dann war die Passhöhe erreicht, wir waren in Italien. Die Fahrt hinunter war jedoch nicht einfacher. Die Kehren waren teilweise noch enger und steiler. Einmal kam uns ein Sattelzug entgegen, zum Glück an einer Ausweichstelle. Endlich waren wir in der Ebene erreicht, wir waren im Friaul. Der erste SP, den ich im SP Führer gefunden hatte war in Tarceto, nördlich Udine. Der Platz war ein Parkplatz und uns zu einsam. Wir fuhren den nächsten in Cividale del Friuli,  östlich Udine, an. Dieser war ein Parkplatz am Rande eines hübschen Ortes. Alle Plätze waren durch PKWs belegt, wir stellten uns etwas abseits hin, bald verließ ein PKW seinen Platz, auf den wir uns dann stellen konnten. Es zogen Wolken auf, das schöne Wetter war offensichtlich vorbei.               (46°05’40.2″N,13°26’10.3″E)

Sa. 20.05.   Der Ort war berühmt für seinen Prosecco und sein Olivenöl, wir überlegten, hier etwas zu kaufen. Nach dem Frühstück musste ich zunächst  die defekte Sicherung finden, denn an den 12 V Steckdosen lag keine Spannung.  Ich fand sie und bald danach konnten wir zu unserem Ortsbesuch aufbrechen. Es war bedeckt, jedoch hofften wir, dass es nicht regnen würde. Der Ort zeigte sich unglaublich sauber und zurechtgemacht. Es gab alte Gebäude, eine schöne Kirche und viele kleine Läden. Das Wasser der ‚Natisone‘, die den Ort durchfließt, ist so klar, dass man auch aus Entfernung kleinere Fische sehen kann. Wir standen auf der alten ‚Teufelsbrücke‘, der ‚Ponte del Diavolo‘, als es anfing zu tröpfeln. Wir traten den Rückweg an und mussten bald unter einer Arkade Schutz suchen, denn es ’schüttete‘. Nach 20 Minuten regnete es zwar weniger, aber dennoch so stark, dass wir durchnässt unseren Bus erreichten. In einer Regenpause füllte ich unseren Trinkwasservorrat an der Zapfstelle auf und dann fuhren wir wegen des Olivenöls und des Proseccos zum nahegelegenen Supermercado. Wir brachen  in Richtung Triest auf in der Hoffnung, dass dort das Wetter besser sei, doch gefehlt, es goss weiterhin die ganze Zeit auf unserer Reise.

Gegen 16 Uhr erreichten wir ‚Villa Opicina‘, einen Vorort von Triest. Triest selbst hat  keinen CampingPlatz, ich hatte jedoch im Internet 2 Stellplätze gefunden, die wir nacheinander anfuhren. Der erste SP war an der angegebenen GPS Adresse nicht vorhanden, der zweite erschien uns sehr ’schrabbelig‘, sodass wir weiter nach dem ersten suchten. Wir wurden bei dieser Suche von unserem Navi durch das Gebirge geführt, dabei wurde ich an unsere Chaosfahrt 2012 durch Neapel erinnert. Schließlich fanden wir durch Zufall, abseits der angegebenen Stelle, den ersten SP. Es war ein Parkplatz mit vielen abgestellten alten Wonwagen, dazwischen einige PKWs. Bei immer noch strömenden Regen fanden wir am Rande einen einigermaßen ebenen Platz. Der Regen trommelte unablässig auf unser Dach, wir hatten Probleme, die Filme im Fernsehen zu verstehen. (45°41’04″N,13°46’51″E)

So. 21.05.   Der Regen hatte in der Nacht aufgehört, am Morgen kam zögernd die Sonne durch. Ich fragte nach dem Frühstück Einheimische auf dem Parkplatz nach der Busverbindung in die Stadt. Die Entfernungsangabe für die Bushaltestelle waren recht vage. Wir marschierten los und waren durchgeschwitzt, als wir den Stadtbus erreichten. Der ‚2er‘ Bus kam bald und fuhr in steilen Kehren nach Triest hinunter. Wir waren froh, dass wir den Stadtbus als Fortbewegungsmittel gewählt hatten und nicht, wie üblich, mit den Fahrrädern in die Stadt gefahren waren. Schnell fanden wir die Touristen Information, bekamen einen Stadtplan und konnten in gewohnter Weise die Stadt ‚abarbeiten‘. An der Mole bei der ‚Piazza dell Unitá d’Italia‘ lag ein Kreuzfahrschiff, wir verfolgten gespannt die Abfahrt dieses  ‚Kolosses‘. Bei unserem Rundgang sahen wir auf Schritt und Tritt den früheren Reichtum dieser Stadt. Nachdem wir den Innenstadtbereich erkundet hatten, liefen wir den Berg hoch zur Kathedrale und dem daneben liegenden Kastell ‚Von San Giusto‘. Auf dem Rückweg zum Linienbus kamen wir über einen Markt, auf dem Süßigkeiten, Gebäck und Wurstwaren angeboten wurden. Da konnten wir nicht widerstehen. Das Gebäck wurde gleich unterwegs ‚verdrückt‘. Der Stadtbus war schon da und wir waren bald wieder in unserem ‚Brummi‘, nassgeschwitzt, denn es war inzwischen sehr heiß geworden. Gegen 16 Uhr brachen wir dann in  Richtung Venedig auf.

 Es ging über Landstraßen nur schleppend voran, Sonntagsverkehr, aber wir hatten ja Zeit. Gegen 18 Uhr erreichten wir, am Ende der Landzunge bei Jesolo, den CP ‚Marina di Venezia‘ in Cavallino Treporti. Nach einigem Hin-und Her fanden wir einen Platz, der am Morgen Sonne, etwas Schatten und dennoch SAT Empfang hatte, denn auf dem Terrain standen viele Bäume, also ein schwieriges Unterfangen, aber wir fanden ihn. Am Abend konnten wir dann den obligatorischen ‚Tatort‘ sehen. (45°26’12″N,12°26’16″E)

Mo. 22.05.   Heute erkundeten wir zuerst den CP. Zunächst fiel uns auf, dass der CP voll von Babys, Kleinkindern und den dazu gehörenden jungen Eltern und Großeltern war. Als wir dann mit dem Fahrrad über den Platz fuhren, denn er war sehr, sehr groß, sahen wir auch, warum. Die Einrichtungen waren meistens an Kindern jeglichen Alters ausgerichtet. Sei es die riesige Poolanlage, der Strand, die riesige Minigolfanlage, die Go Kartbahn, alles war für Kinder konzipiert. Also, Eltern oder Großeltern, wenn ihr euren Kindern oder Enkeln einen Superurlaub bescheren wollt, dann hin zu diesem CP. Wir genossen es, Runden im Schwimmbecken zu drehen oder an dem weiten Strand spazieren zu gehen. Nachmittags fuhren wir mit dem Rad nach Punta Sabbioni, das war der 2 km entfernte Bootsanleger, um nach Venedig zu gelangen, denn hier war z.Zt. die ‚Biennale‘ . Im Supermarkt gegenüber dem CP gab es Prosecco vom Fass, ‚alla spina‘, den wir sofort probierten, sehr empfehlenswert.

Die. 23.05.   Der Prosecco war gut gewesen. Ohne ‚Kopf‘ wachten wir auf, frühstückten lange  und beschlossen den Tag mit schwimmen, lesen und sonnenbaden zu verbringen. Ich marschierte am Strand entlang und überlegte, hier zu joggen,..aber nicht heute. Tagsüber hoppelten unsere ‚Gäste‘, die kleinen niedlichen Kaninchen, über unseren Platz. Abends hatten wir plötzlich keinen TV Empfang, die Satelliten wurden nicht gefunden. Na ja, dann wurde eben ausgiebig der Tolino benutzt.

Mi. 24.05.   Heute wollte wir die  ‚Biennale‘ besuchen. Alle Akkus waren geladen, denn ich erwartete, viele Fotos machen zu können. In ‚Punta Sabbioni‘ wählten wir die Tageskarte (20€) für die Boote und waren nach einer halben Stunde in Venedig.

Die Stadt war entgegen unserer Befürchtung nur mäßig gefüllt. Gegenüber dem Bootsanleger waren in einer Kirche Gemälde aus Aserbaidschan ausgestellt, sehr beeindruckend, wir bekamen einen ersten Eindruck, was uns auf der ‚Biennale‘ erwartete. Als nächstes suchten wir die Touristen Information, um einen Stadtplan zu bekommen der die Ausstellungsstätten enthielt. Etwas versteckt am Ende des ‚Markusplatzes‘ fanden wir sie endlich. Der erste Punkt unserer Liste war der ‚Palazzo Grassi‘, in dem ‚Damien Hirst‘ seine fantastischen Kunstwerke ausgestellt hat. Eine ausführliche Beschreibung gibt es im Internet. Wir durchquerten die Stadt und konnten bald  in diese Kunst-oder Kitschwelt eintauchen.

Nach dem Besuch dieser Ausstellung waren wir für keinerlei Kunst mehr empfänglich, wir ließen uns treiben und genossen Venedig. Zum Schluss gingen wir wieder ‚an Bord‘ und ließen uns zum ‚Lido‘ ’schippern‘ und besuchten den Strandabschnitt, den wir einmal vor 15 Jahren besucht hatten. Er hatte sich ‚etwas‘ verändert, war jedoch viel leerer als damals.

 

 

 

 

Kurz nach 18 Uhr saßen wir wieder in unserem ‚Brummi‘ und freuten uns auf die nächsten Tage, denn es lagen  ja noch weitere Kunstausstellungen vor uns.

Do. 25.05.  Zweiter Tag Venedig!! Wir hatten ja einen Stadtplan mit den eingezeichneten Punkten, daher ließen wir uns Zeit und näherten uns nur langsam dem ‚Arsenal‘, in dem unterschiedliche Künstler ausstellten.

  

 

Das ‚Arsenal‘ war ursprünglich ein Fabrikgelände, das für die ‚Biennale‘ renoviert worden war. Konzentriert waren hier unterschiedliche Kunstrichtungen vertreten. So manches Mal schüttelten wir den Kopf, Manches fanden wir genial. Das 1. Foto unten zeigt übrigens das prämierte Kunstwerk des deutschen Künstlers Franz Erhard Walther, hat uns nicht so sehr überzeugt.


 

Das letzte Ausstellungsgelände der ‚Biennale‘, das wir besuchen wollten, war der ‚Giardini‘, der Garten. Dort hatten in Pavillons verschiedene Länder Projekt Arbeiten ausgestellt.

Zuerst suchten wir den deutschen Pavillon auf und bewegten uns, scheinbar schwebend, auf dem Glasboden.

 

 

Die Objekte in den Pavillons konnten unterschiedlicher nicht sein. Staunen und Kopfschütteln wechselten sich bei uns ab. Am späten Nachmittag war jedoch genug. Wir konnten und wollten keine weitere ‚Kunst‘ aufnehmen. Zunächst war es angenehm warm, als wir zum Bootsanleger zurückkehrten, als wir jedoch mit dem Fahrrad von ‚Ponta Sabbioni‘ zum CP fuhren blies uns ein kalter Wind entgegen, sodass wir froh waren, als wir unseren von der Sonne erwärmten Bus betraten. Müde verbrachten wir den Abend vor dem Fernseher.

Frei. 26.05. – Do. 08.06.   Wir wollten eigentlich nur wenige Tage bleiben, nur um die ‚Biennale‘ zu besuchen, wir blieben jedoch länger und genossen die Annehmlichkeiten des Platzes. Irgendwann war es aber doch genug, wir beschlossen, auf  unserer Rückfahrt noch Padua und Ferrara zu besuchen. Nach dem Sonnen Baden tagsüber fuhr ich die Markise ein und lud die Fahrräder schon mal auf. Morgen sollte es losgehen.

Frei. 09.06.    Gegen 11 Uhr fuhren wir vom CP. Wir hatten für 20 Tage 580 € bezahlt, nicht viel, wenn man den Komfort des Platzes berücksichtigt. Unterwegs wurde getankt (131ct/l). Als Ziel hatte ich einen SP in der Innenstadt von Padua ausgewählt. Als wir am frühen Nachmittag dort eintrafen, empfing uns ein lärmender Jahrmarkt. Wir umrundeten den Platz zunächst mit dem Bus, dann zu Fuß, in der Hoffnung, in einer Nebenstraße einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Nichts zu machen, überall Parkverbot, explizit für Womos. So parkten wir zunächst an einer erlaubten Parkstelle für große Busse, machten Mittag und besuchten dann zu Fuß die historische Altstadt. Wir fanden die Touristen Information und bekamen  Stadtpläne und Informationen und nochmals den Hinweis, dass Womos in der Stadt nicht übernachten dürften. Nach Besuch der ‚Basilica di Sant‘ Antonio‘ mit den modernen Skulpturen brachen wir zum CP ‚Sporting Center‘ in Montegrotto Terme, ca. 20 km südlich Padua auf.

Das weitläufige Wiesengelände war nur wenig besetzt, die Sanitäranlagen waren einfach, dafür der Platz teuer (30,20€/Nacht). Wir richteten uns ein, ich besorgte die Busfahrpläne nach Padua.  (45°20’31″N,11°47’48″E)

Sa. 10.06.   Als wir nach dem Frühstück unseren deutschen Nachbarn erzählten, dass wir mit dem Regionalbus nach Padua fahren wollten, rieten die uns, Padua mit den Rädern zu besuchen und beschrieben uns den Weg. Er führte nur kurz auf der Landstraße und dann auf Radwegen. rund um die Stadt. Nach 25 km erreichten wir unseren 1. Besichtigungspunkt, den ‚Parco dell Arena‘. Hier standen in einem Park nebeneinander antike und moderne Skulpturen. Danach ging es zum ‚Corso Garibaldi‘, wir schlossen unsere Räder an und besichtigten rund um die ‚Piazza della Frutta‘, mit dem ‚Palazzo della Ragione‘ und die auf dem Stadtplan verzeichneten Sehenswürdigkeiten. Padua ist eine Stadt der Kunst. Überall findet man Skulpturen, häufig aus schwarz-weiß gestreiftem Marmor. Nahe dem ‚Prato della Valle‘, dem drittgrößten innerstädtischen Platz Europas, erholten wir uns dann bei einem Café Latte und einem Bier von unserem Rundlauf. Daneben gab es die ‚Basilica di Santa Giustina‘, mit dem Grab des hl. Lukas, zu besichtigen. Für den Rückweg wählten wir den direkten Weg, den uns unser Fahrrad Navi wies. Nach 37 km waren wir gegen 20 Uhr wieder bei unserem Bus. Zuerst ging es unter die Dusche und danach erholten wir uns bei einem Prosecco.

So. 11.06.   So, heute ging es weiter nach Ferrara. Gegen 11 Uhr verließen wir den teuren Platz und fuhren auf Regionalstraßen gen Westen. Unterwegs konnten wir, obwohl Sonntag war, in einem Supermarkt unsere Vorräte auffüllen. Es war brütend heiß, als wir den CP ‚Campeggio Estense‘ in Ferrara erreichten. Der Receptionist hatte uns vor den Früchten der Maulbeerbäume, unter denen wir standen, gewarnt, denn diese färbten alles ein. Wir breiteten daher sofort unsere große Matte vor dem Buseingang aus. Der CP war sehr ruhig und wurde vorwiegend von Durchreisenden, häufig Radfahrern besucht. Wir legten uns in die Sonne, lasen und bereiteten uns auf den ‚Tatort‘ vor.  (44°51’15″N,11°38’6″E) 

Mo. 12.06.  Das Zentrum von Ferrara liegt nur 3 km vom CP entfernt, wir ließen uns also Zeit. Im Internet erfuhren wir, dass Ferrara die ‚Fahrradstadt‘ Italiens sei. 89% des städtischen Verkehrs wird mit Fahrrädern durchgeführt. Dieses merkten wir, als wir zunächst zur ‚Certosa di Ferrara‘, einem ehemaligen Kloster, jetzt ein riesiger alter Friedhof, fuhren. Überall Fahrradfahrer, die gemächlich dahinrollten. Wir reihten uns ein und erreichten so die mit Großteils zweigeschossigen  Backsteinhäusern bebaute Innenstadt. Ferrara war so ganz anders als z.B. Padua, rudimentärer, aber mit einem ganz eigenen Charme. Ich wurde etwas an Bologna erinnert. Wir schlossen die Räder an und ‚eroberten‘ die Stadt. Beim Rückweg zu den Rädern verließen wir uns auf unsere Erinnerung und verliefen uns prompt. Mit Hilfe unserer Navi Apps fanden wir nach einem weiten Umweg unsere Fahrräder und erreichten bald wieder unseren Bus.

 Die. 13.06.   Als nächstes Ziel hatten wir Modena, die Genuss Stadt Italiens mit der reizvollen Markthalle ausgewählt. Hier gab es den berühmten Balsamico und andere Leckereien. Um 11 Uhr verließen wir den CP in Ferrara (21,20€/Nacht) und rollten auf Regionalstraßen Richtung Modena. Es war so heiß, dass wir zwischenzeitlich die Klimaanlage einschalteten. Da wir Balsamico und Olivenöl bereits eingekauft hatten, änderten wir die Route. Ich hatte in den Womo Foren von einem SP in Monzambano gelesen, der empfohlen wurde. Ich gab die GPS Daten ein und vor 17 Uhr rollten wir durch ein Dorf 15 km südlich des Gardasees auf einen idyllisch gelegenen Stellplatz. Auf dem relativ großen Terrain standen neben dem Ententeich nur wenige Womos. Für 14 € durften wir hier 24 Std.  incl. Wasser und Strom verweilen. 3 Min. duschen kosteten 1 €, ebenso 12 Std. Internet. Statt der Maulbeerfrüchte hatten wir jetzt Lindenblüten, die den Bus einstäubten. Es war warm, wir verlebten einen ruhigen Nachmittag. (45°23’23″N,10°41’35″E)

 Mi. 14.06.   Vor der Abreise zum Gardasee fuhren wir mit den Rädern in den malerischen Ort. Die Burg war leider geschlossen. Wir setzten uns also in eine kleine Kneipe, tranken einen Cappuccino und ein Bier und rollten danach langsam runter zu unserm Bus. Um 15 Uhr wurde alles eingeladen, geduscht und dann ging es über schmale Landstraßen nach Norden. Mozambano liegt auf dem Berg, wir waren froh, dass wir nicht mit dem Fahrrad zum Gardasee gefahren waren, denn es gab einige steilere Anstiege. Wir wollten heute nach ‚Manerba Del Garda‘ zum CP ‚Rio Ferienglück‘ fahren, zu einem CP, auf dem ich mit meiner Familie vor 58 Jahren einmal war. Gegen 17 Uhr installierten wir uns, ich ging erwartungsvoll zum Strand und erkannte sofort wieder die Bucht. Es war unglaublich heiß und stickig, am Horizont zogen dunkle Wolken auf. Gegen 21 Uhr zog ein Unwetter über den Platz. Sturzregen klappte  unsere ausgefahrene Markise zusammen. Ich stellte sie so schräg dass das Wasser schnell abfließen konnte. Nach ca. 2 Stunden wurde der Regen weniger, ich konnte unbesorgt ins Bett gehen.  (45°33’45″N,10°33’31″E)

Do.15.06.   Wir beschlossen einige Tage hier zu verbringen. Nach verhangenem Morgen kam die Sonne allmählich durch und danach wurde es wieder heiß. Wir verbrachten den Tag mit Lesen und Sonnbaden. Unsere Vorräte gingen zur Neige, so beschlossen wir, nachmittags mit dem Rad zum Supermarkt nach Manerba zu fahren. Das 1. Drittel der Strecke war flach, dann gab es ein längeres Steilstück, das wir mühsam bewältigten. Auf der Bergkuppe saßen wir heftig atmend auf der Bank und ruhten uns aus. Danach ging es wieder flach voran. Vollbepackt kamen wir aus dem Supermarkt, konnten weitgehend herunterrollen und waren bald wieder am Bus. Nach dem Duschen verbrachten wir den Nachmittag in der Sonne. In der Nacht regnete es noch kurz, doch bei weitem nicht so heftig, wie nachts  zuvor.

Frei. 16.06.   Unser letzter Tag am Gardasee. Heute wollten wir endlich im See schwimmen. Der Strand war steinig, daher musste ich erst einmal meine Badeschuhe suchen. Als ich die endlich fand, neben anderen Dingen, die ich schon lange suchte, musste ich erst einmal in die Schuhe kommen, denn offenbar waren meine Füße größer geworden. Mit Dehnen und Zerren schaffte ich es und konnte ins recht warme Wasser gehen. Im Wasser war durch das Unwetter recht viel Grün , sodass es nicht  richtig Spaß machte, ich kletterte kurz darauf an Land . Der Rest des Tages wurde dann in der Sonne lesend verbracht. Danach begann ich aufzuräumen und die Abfahrt vorzubereiten.

Sa. 17.06.   Abreisetag!! Nach Frühstück, Duschen und Bezahlen (19,50 €/Nacht) verließen wir bei strahlender Sonne um 11:30 Uhr den Platz. Wir ‚gönnten‘ uns die Autostrada nach Norden. Auf einem Rastplatz bei Trient wurde zu Mittag gegessen. Bei Vipiteno verließen wir die Autostrada (15 €) und kurz vor 17 Uhr durchfuhren wir Innsbruck. Danach ging es den Zirler Berg hoch und in Scharnitz füllten wir unseren Dieseltank auf (106ct/l). Dann waren wir wieder in Deutschland. Dank des neuen Westtunnels umrundeten wir schnell München.  Ziel heute sollte der SP am Outletcenter in Ingolstadt sein. Bei unsere Ankunft um 21 Uhr empfing uns gähnende Leere, das Center geschlossen, der SP leer. Das war uns zu unheimlich. Wir fuhren daher weiter zum Rastplatz ‚Köschinger Forst‘, einem sehr großen, neuen Areal, auf dem wir abseits einen ruhigen Platz fanden. Es war angenehm kühl, als wir ins Bett gingen. (48°50’13″N,11°28’20″E)

So. 18.06.   Für den heutigen Tag war ein Familienbesuch in Ansbach angesagt, daher steuerten wir bei strahlender Sonne den von der Hinfahrt bekannten SP am Schwimmbad an und erreichten diesen gegen 12 Uhr. Im ‚Brücken Center‘ konnten wir vorher unsere Mails abrufen. Vor dem ‚Tatort‘ waren wir danach wieder zurück und konnten noch etwas in der Sonne sitzen. (49°18’15″N,10°33’28″E) 

Mo. 19.06.   Die Sonne stand hoch am Himmel, als wir Ansbach verließen. Wie in den Vorjahren, nahmen wir es uns auch dieses Mal wieder vor, kurz vor Bremen zu übernachten und dabei das schnelle Ausladen der Sachen zu Hause vorzubereiten. Der Rasthof ‚Allertal‘ war voll und schäbig. Wir fuhren weiter und erreichten um 21 Uhr den Rasthof ‚Langwedel‘ bei Achim. Zunächst erschien es uns, als ob der gesamte Rasthof von LKWs bevölkert wäre. Der Platz jedoch ist riesengroß und in einer Seitenstraße hinter einer Baumreihe fanden wir die Plätze für die Womos. Wir hatten SAT Empfang und ein ruhiger Abend stand bevor. (53°00’01″N,9°11’01″E)

Die. 20.06.   Nach dem Frühstück begannen wir mit dem Umräumen der Sachen in Taschen und Kästen. Aus der ‚Umräumaktion‘ wurde dann eine Großreinigung, kurzum, der Bus war anschließend so sauber wie noch nie zuvor. In unserer Straße war ein Parkplatz frei, wir konnten ausladen und um 13 Uhr konnte ich den Bus in unser ‚Winterlager‘ fahren.    Gesamtstrecke   3362 km